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Die Geschichte der JVA Hannover

Clevertorgefängnis

Das Clevertorgefängnis wurde in den Jahren 1735 bis 1739 vom Architekten Johann Paul Heumann (1703-1759) erbaut und bis 1884 genutzt. Seinen Namen hatte es wegen der Nähe zum Clevertor (ursprünglich "Brühler Thor") an der Leine. Das Gefängnis hatte Raum für 63 Männer und 39 Frauen. Es bestand aus drei Etagen, "von denen die untere die Gefängnisse für schwerere, die mittlere die für leichtere, und die obere die für Staatsgefangene enthält". Von den drei Zellen für Strafgefangene wurden vor 1848 mangels Bedarf zwei als Schreibstube und Rumpelkammer genutzt.

Prominente Inhaftierte waren Oberjägermeister v. Moltke, dessen Fluchtversuch missglückte, der Advokat Friedrich Weinhagen aus Hildesheim (drei Monate Untersuchungshaft), der Schauspiel-Directeur Gustav Friedrich Wilhelm Großmann und der Hamburgische Schriftsteller J. H. Chr. Gittermann, der am 7. März 1852 von Bremen zum "Gefangenhaus am Clever Thor" verlegt und dort für acht Wochen inhaftiert wurde. [Quelle: Hans Schröder, Lexikon der Hamburgischen Schriftsteller bis zur Gegenwart, 1854, S. 500.]

Bereits der Schriftsteller Heinrich Christian Boie und Luise Mejer sprachen in ihrem bekannten Briefwechsel der Jahre 1777-85 von dem hannoverschen Gefängnis, das am Clevertor lag.

1799 wurde im Clevertorgefängnis jemand vor Zuschauern gefoltert.

Mittels Fallschwert wurde dort der Dienstknecht Friedrich August Dieckröger am 14. Oktober 1862 vom Leben zum Tode gebracht. Damals lautete die genaue Bezeichnung "Clevertor-Gefangenhaus". [Quelle: Stadtarchiv Celle L10 831]


Das königliche Gerichtsgefängnis zu Hannover

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Das Clevertorgefängnis Hannover, Abriss 1965
1865 wurde mit dem Bau eines Zellengefängnisses in der Leonardtstraße/Alte Heeresstraße hinter dem Bahnhof begonnen. Damals gab es die Lister Vorstadt noch nicht. Dort befanden sich damals noch Kornfelder.

Die Gebäude sind in panoptischer Bauart ausgeführt, d. h. die Zellenflügel sind sternförmig angeordnet. Erst in den Neunziger Jahren waren die Baumaßnahmen abgeschlossen. So ist es jedenfalls auf einem Lageplan in einem handgeschriebenen Büchlein über das Königliche Gerichtsgefängnis zu Hannover festgehalten. Mit dem Ende der Monarchie war das Gerichtsgefängnis allerdings auch kein "königliches" Gerichtsgefängnis zu Hannover mehr. Das Gebäude hatte seinerzeit 814 Haftplätze für Männer und Frauen. Zu den prominentesten Gefangenen aus dieser Zeit zählen der Massenmörder Haarmann in den zwanziger Jahren und in den dreißiger Jahren der Vorsitzende der kommunistischen Partei Deutschlands, Ernst Thälmann.


Die Justizvollzugsanstalt an der Schulenburger Landstraße

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Die neue JVA Hannover im Bau
Nach einer Bauzeit von vier Jahren, 1959 war der erste Spatenstich, wurde die Anstalt 1963 fertig gestellt und in Betrieb genommen. Das Grundstück liegt im Nordosten der Landeshauptstadt. Der Bauplatz ist als Tauschgelände für das bisherige Grundstück des "königlichen" Gerichtsgefängnisses von der Stadt Hannover erworben worden. Der älteste Teil der JVA Hannover, die so genannte Hauptanstalt, besteht aus 8 Häusern, die in Kammbauweise angeordnet sind.

1987 wurde eine neue Abteilung - der Ausbildungsvollzug - an die Anstalt angegliedert. Damals wurden 180 Haftplätze für männliche Gefangene eingerichtet, die an Umschulungsmaßnahmen teilnahmen. Mittlerweile sind in den drei Abteilungen des ehemaligen Ausbildungsvollzuges nicht nur die Ausbildungsabteilungen sondern auch die Sozialtherapie untergebracht.

Insgesamt hat die Anstalt im geschlossenen Vollzug 528 Haftplätze. In der Abteilung des offenen Vollzuges in der Haltenhoffstraße gibt 42 Plätze für männliche und 6 Plätze für weibliche Gefangene.

Die Abteilung Langenhagen ist jetzt nur noch mit Abschiebungshaft belegt und hat eine Kapazität von 42 Haftplätzen für Männer und 6 Haftplätzen für Frauen.

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Gefangenentransport um 1800

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